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5 + 1 Frage an Klaus Ender

6. Juni 2010

Aufgrund von anderweitigen Verpflichtungen liegt das letzte Interview im Rahmen unserer Reihe “5 + 1 Frage an” leider fast schon ein halbes Jahr zurück. Um so erfreulicher ist es, dass mit Klaus Ender ein echtes Fotografie-Urgestein für unser Interview zur Verfügung stand. Vielen Dank für deine Zeit Klaus!

Zusätzliche Fragen an den Interviewpartner können natürlich gerne wieder über die Kommentarfunktion gestellt werden.

Stell dich bitte kurz vor: Was machst du beruflich, was machst du privat?
Ich bin gerade 71 geworden und fotografiere genau 50 Jahre. Davon 44 Jahre freiberuflich im Genre Akt & Landschaft. Da es meine Berufung ist, kann ich privat und Beruf nicht trennen, so dass ich im “Urlaub” noch mehr fotografiere als sonst. Außerdem schreibe ich Gedichte und Aphorismen, mit denen ich meine Bilder verbinde.

Wie bist du zum Thema Aktfotografie gekommen und was war dein erster Berührungspunkt mit dem Thema Fotografie?
Ich zog (23-jährig) 1962 auf die Insel Rügen, um zu testen, ob durch die Schönheit dieser Insel mein Hobby zum Beruf werden kann. Weil Rügen den inoffiziellen Weltrekord an FKK - Stränden hatte, kam ich “gezwungenermaßen” mit FKK in Kontakt. 1963 machte ich die ersten Aktbilder und 2 Jahre später war ich schon freier Mitarbeiter der beliebten DDR-Zeitschrift DAS MAGAZIN, die damals als einzige Zeitschrift einen monatlichen Akt publizierte.

Was ist für dich persönlich Aktfotografie?
Ein Gebiet, das dem Fotografen ein hohes Maß an ästhetischem Empfinden abverlangt, weil bei mir die Würde des Menschen im Mittelpunkt steht. Akt heißt bei mir nicht in erster Linie “Erotik”, sondern Darstellung des Modelles in seiner Schönheit, Natürlichkeit und Anmut, - auch wenn der letzte Begriff am Aussterben ist. - Wir bilden auch andere Lebewesen ab, ohne dass die Geschlechtsmerkmale dominieren, so dass es selbstverständlich auch für die Frau gilt!

Was war dein größtes Highlight in Verbindung mit dem Thema Aktfotografie?
Dass es mir schon als Amateur gelang, zu den führenden Fotografen der DDR zu gehören - und dass ich,  - obwohl die DDR schon 26 Jahre bestand, - die erste Aktfotoschau der DDR initiierte. Sie hieß AKT & LANDSCHAFT, wurde in Potsdam 1975 eröffnet. Sie wurde zur Wanderausstellung und ging durch alle Bezirke (Bundesländer) der DDR. Sie wurde zum Leistungsvergleich der DDR - Fotografie und fand über 25 Jahre (alle drei Jahre) statt..Sie machte die Aktfotografie der DDR “salonfähig.”

An welche Erfahrung denkst du dabei weniger gerne zurück?
Als ich 1981 (Familienzusammenführung) nach Österreich übersiedelte, wurde ich in der DDR zur “Persona non Grata”. Alle Fakten und Daten wurden in den Archiven der DDR gelöscht, mein Handbuch zur Arbeit mit Modellen “MEIN MODELL” (FOTOkinoverlag Leipzig), das von 1971 bis 1980 über 95.000mal verkauft wurde, kam auf den Index der unerwünschten Autoren. Die Ausstellung AKT & LANDSCHAFT verlor ihren Nymbus der Ästhetik und wurde zur NACKTfotoschau. Das Mobbing früherer und nachfolgender Kulturfunktionäre und Verlage mit Stasi-Mitarbeitern hält bis heute an, was auf meiner Page unter: http://www.klaus-ender.de/aktuelles/uebersicht.html nachzulesen ist.

Zusatzfrage: Welche Frage wolltest du schon immer mal in einem Interview beantworten, die dir aber noch nie gestellt worden ist?
Warum machen so viele Fotografen und Modelle “Torheiten” mit, die von der Mode diktiert werden…Ist es heute nicht mehr nötig, seinen “eigenen Stil” zu finden? Ist nur noch die Erotik und die Provokation Anlass genug, Aktaufnahmen zu machen?

Vorschläge
Wer Vorschläge für einen interessanten Interviewpartner hat oder selbst Interesse hat, kann uns direkt eine E-Mail an info@akt.de schicken. Wir freuen uns auf eure Vorschläge!

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1 Kommentar zu „5 + 1 Frage an Klaus Ender“

  1. dirk sagt:

    Geschmacksache? Ja, natürlich - das auch. Trotzdem sehen wir immer wieder, dass es wenig Fotografen gibt, die verstehen, wie wichtig das Zusammenspiel von Model und Fotograf hier bei ist. Die Augen sprechen dann bei den Bildern eine deutliche Sprache. Klaus Enders Bildbeispiele gefallen mir und man spürt, nein - man sieht den Fotografen förmlich. So ist jedes Aktbild, bzw. gute Aktbild dann am Ende auch ein Spiegel des Fotografen. Gruß aus Köln, dirk

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