Die Doppelmoral hinter den fülligeren Models
Montag, 1. Februar 2010Keine Frage, schlanke Models werden auch in der Aktfotografie signifikant häufiger abgelichtet als Models mit ein paar Pfunden mehr auf der Hüfte. Das ist schon lange so und wird auch in einigen Jahren noch so sein. Nichtsdestotrotz ist es aber nicht unüblich, fülligere Modelle im Aktbereich zu fotografieren und diese Bilder selbstverständlich auch öffentlich auszustellen.
Dies steht im krassen Gegensatz zur klassischen Werbeindustrie. Seit einiger Zeit wird zwar fleißig gepredigt, dass die Models viel zu dünn seien. Wirft man einen Blick in die aktuellen Modezeitschriften, hat sich allerdings wenig geändert: Super schlanke Models wohin man blickt.
Im Zuge dieser Diskussion haben jetzt einige findige Werbemacher das Thema “Dicke Models” neu für sich entdeckt und platzieren entsprechende Kampagnen. Für Kopfschütteln sorgte vor kurzem eine Aktion einer Berliner Agentur im Rahmen des Essener Motorshow, Motto der Agentur “Heiße Autos brauchen keine heißen Mädchen“. Einen kritischen und viel diskutieren Blick auf die aktuelle Entwicklung wirft auch die Online Ausgabe der Welt Mitte Januar unter dem Titel “Übergrößen: Die Doppelmoral hinter den dicken Models“. Auszug: Denn „Mode für Mollige“ oder Kleidergrößen von 44 bis 46 kommen darin (es geht um die Zeitschrift “V”, Anm. d. R.) gar nicht wirklich vor. Schließlich gelten Mannequins bereits ab Größe 38 als „Plus-Size“-Model.
Bleibt zu hoffen, dass diese Doppelmoral schnell ein Ende findet und wieder das in den Vorgrund rückt, was gerade künstlerische Aktfotografie ausmacht: Der Mensch in all seinen Facetten!



